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Kerngedanke im Kinderhaus am Mondsteinweg
Mensch, werde der du bist, Mensch, erkenne dich selbst. Mensch: sei! (Orakel von Delphi)
Sinnesentfaltung und Entwicklungschancen Mit dem Moment der Empfängnis verfügt jeder neue Mensch über eine Unzahl an besonderen Wesensmerkmalen,  Eigenschaften, körperlichen, gefühlsmäßigen und seelischen Empfindungen, Fähigkeiten und Möglichkeiten. In den neun Monaten der Schwangerschaft vollzieht sich der Prozess der Organbildung in der schützenden Hülle des Mutterleibes. Bereits jetzt entwickelt sich der werdende Mensch durch die ständige Auseinandersetzung mit seiner - noch sehr begrenzten - Umgebung und mit sich selber. In der nachgeburtlichen Kindheit setzt sich diese Entwicklung in einer immer mehr erweiterten Umwelt sowie im sozialen Austausch mit anderen Menschen fort. Die Möglichkeit zum Heranbilden und zur Sinnesentfaltung, die diese leibliche und außerleibliche Umgebung dem werdenden Menschen bietet, also sein Erlebenshorizont, entscheidet darüber, wie seine zukünftigen Entwicklungschancen geprägt sein werden. Vor diesem Hintergrund soll das Kinderhaus am Mondsteinweg dem einzelnen Kind eine Umgebung bieten, also Bedingungen, Möglichkeiten und Grenzen schaffen, in der es seine individuelle Persönlichkeit im Zusammensein mit anderen kleinen und großen Menschen ihm gemäß entwickeln und entfalten kann, in der es der Mensch werden kann, zu dem es seine besonderen Anlagen in sich trägt. Erfahrungsfeld für die Sinne Auch Kinder mit einer Behinderung erhalten diese Möglichkeit im selbstverständlichen Umgang des gemeinsamen Miteinander, und sie lehren die anderen die Achtung vor dem Besonderen. Das Kinderhaus am Mondsteinweg muss ein Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne der Kinder sein, in dem die Organbildung immer wieder neu vollzogen und angeregt wird. Dafür ist die Gestaltung der Umgebung von großer Bedeutung. Das Gebäude und die Außenanlagen bestimmen die pädagogische Praxis maßgeblich mit. Hierauf wurden wir durch das Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne von Hugo Kükelhaus aufmerksam. Das Kinderhaus am Mondsteinweg soll eine Stätte des gemäßen Wirkens der Kinder - alleine oder mit anderen -, und in diesem Sinne Werkstatt und Kinder-Garten sein. In ihm soll ständig die Möglichkeit zur sinn-vollen Beschäftigung geboten werden, wozu gleichermaßen das Spielen, als auch die nützlichen Tätigkeiten des Alltages gehören. Im Spiel setzen sich die Kinder mit sich selber, mit anderen Menschen, mit ihrer Umwelt und mit ihren Erfahrungen auseinander. Sie nehmen dabei unterschiedliche Rollen ein und eröffnen sich so neue Möglichkeiten. Im lebendigen Spiel erlebt das Kind die Dinge und ihre Be-Ding-ungen, ähnlich wie bei den nützlichen Alltagsverrichtungen, wo gehämmert, geputzt, gestrichen, gepflanzt, geerntet, gekocht, gebaut usw. wird. Erfahrung durch eigenes Tun Auf diese Weise erfahren die Kinder ihre unmittelbare Umgebung und deren Beschaffenheit wiederum durch ihr eigenes Schaffen und Tun. Sie erhalten die Möglichkeit, ihre Umgebung als eine geschaffene zu begreifen und damit als eine veränderliche, aber auch als eine natürliche Umwelt, die geachtet, genützt, gepflegt, gerichtet werden muss. Vor allem aber ist es das Tun, bei dem sich die Kinder entfalten können, indem sie sich und ihre Umwelt durch ihr eigenes Zu-Tun, durch ihre eigenen Hände begreifen und so ihre Persönlichkeit entwickeln. Immer neue soziale Erfahrungen Für kleine Kinder gibt es die Trennung zwischen Spiel und den so genannten nützlichen Tätigkeiten nicht. Das selbstverständliche Miteinander von Kindern untereinander und mit den Erwachsenen, die ständige Verbindung mit den anderen Menschen im Kinderhaus führt zu immer neuen sozialen Erfahrungen der Kinder und entwickelt ihre Fähigkeiten zum Umgang in der Gemeinschaft. Die Pädagogik im Kinderhaus am Mondsteinweg liegt wesentlich in der Organisation einer solchermaßen lebendigen Spiel- und Wirkungsstätte - und im Vorbild der Erwachsenen für die Kinder, die ihnen bei ihren alltäglichen Beschäftigungen und Verrichtungen aufmerksam zusehen, sie nachahmen und bei ihnen mitmachen.
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