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Pädagogik

Wie wir arbeiten

„Werde, der du bist!" ist der Kerngedanke der Arbeit mit den Kindern und des Miteinanders im Haus. Die Gedanken und Arbeiten von Hugo Kükelhaus prägen das Kinderhaus bis in seine Bauweise – und vor allem den Alltag darin.

Sonne, Regenbogen, Sterne und Mond.

Vier Gruppen mit je etwa zwanzig Kindern. In der Regenbogengruppe sind auch die Kleinsten unter drei Jahren dabei, in der Mondgruppe nur die Größeren.

Eine Gruppe ist keine Verwaltungseinheit, sondern ein überschaubarer Haufen Menschen, in dem jedes Kind gekannt wird – von den Erwachsenen, vor allem aber von den anderen Kindern. Wer morgens ankommt, weiß, wo sein Platz ist, wer schon da ist und wer heute fehlt.

Ein Gruppenraum mit rundem Holztisch und Kinderstühlen, dahinter eine Holztreppe hinauf zur Empore, von oben fällt Licht durch ein Dachfenster
Der runde Tisch, die Treppe zur Empore

Inklusion. Nicht als Konzept. Als Alltag.

Von Beginn an ist das Kinderhaus Schwerpunkteinrichtung: Die Integration von Kindern mit und ohne Behinderung steht in der Konzeption, nicht im Anhang. Deren Kerngedanken entsprechen den Bedürfnissen aller Kinder – und kommen denen der Kinder mit Beeinträchtigung im Besonderen zugute.

Jedes Kind ist ein wichtiges Element der Gemeinschaft. Alle Kinder lernen – voneinander, miteinander, durch das Vorbild der Erwachsenen. Es geht nur gemeinsam.

Der Eingangsbereich mit weit geöffneten Glastüren, ebenerdigem Übergang und Blick auf den gepflasterten Hof
Der Eingang – ebenerdig, für alle

Die Hühner laufen einfach mit.

Sie streunen über das ganze Gelände, und gefüttert werden sie von den Terrassen der Gruppenräume aus. Für eine Begegnung mit einem Huhn muss hier niemand weit gehen.

Die Kaninchen bekommen, was in der Küche übrig bleibt: Möhrenenden, Salatblätter, Apfelschalen. Die Kinder holen es selbst und tragen es hinüber. Kein Programmpunkt, sondern eine Aufgabe, die jeden Tag ansteht – denn ein Tier kann nicht warten, bis jemand Lust bekommt.

Blick von der gepflasterten Terrasse eines Gruppenraums über die Wiese, im Gegenlicht ein Sonnensegel und Bäume
Von der Terrasse in den Garten

Zwei große Feste im Jahr.

Das Lichterfest im November beginnt mit dem Laternenzug durch den Wald, hinüber zum Spielplatz. Dort wartet Sankt Martin zu Pferd und reitet an den Kindern vorbei. Was folgt, ist das Beste: Lagerfeuer, Mandarinen, Zimtbrötchen, und Singen, bis die Hände wieder warm sind.

Das Sommerfest kommt ohne Programm aus. Im Garten warten Stationen zum Ausprobieren, und wer mag, wandert den Nachmittag lang von einer zur nächsten. Zu beiden Festen gehören Eltern, Geschwister, Großeltern und Freunde dazu.

Advent, Ostern und das Kartoffelfest bleiben kleine Feste – nur mit den Kindern, im Haus.

Ein geschwungener Klinkerweg führt durch die Wiese des Gartens, gesäumt von Hecken und Bäumen
Der Weg, auf dem es losgeht

Holz, Körbe, Steine, Wasser.

Und bewusst kein Plastik und keine Bildschirme. Das hat einen Grund, der älter ist als das Haus: Hugo Kükelhaus ging davon aus, dass nicht das Auge sieht und nicht das Ohr hört, sondern immer der ganze Mensch wahrnimmt. Wer nur zusieht, lernt wenig.

Im Alltag heißt das wenig Theorie und viel Handarbeit: pflanzen und ernten im Bauerngarten, das Frühstück zubereiten, nähen, bügeln, sägen, hämmern. Der Teig wird selbst geknetet und im Lehmbackofen gebacken. Ein Korb hat ein Gewicht und eine Oberfläche, ein Eimer Wasser auch, und ein Stock aus dem Garten ist an einem Vormittag Werkzeug, Pferd und Zaun.

Computer- und Fremdsprachenangebote gibt es hier nicht. Kinder in diesem Alter werden nicht stärker, wenn man Schule vorwegnimmt, sondern wenn sie selbstständig, neugierig und konzentriert werden.

Der gemauerte Lehmbackofen unter seinem Unterstand, im Ofen brennt ein Feuer, daneben Weidenkörbe und Holzschaufeln
Der Lehmbackofen, angefeuert

Was uns leitet

Das Kinderhaus soll jedem einzelnen Kind eine Umgebung bieten – Bedingungen, Möglichkeiten und Grenzen schaffen –, in der es seine Persönlichkeit im Zusammensein mit anderen kleinen und großen Menschen entfalten kann. Vier Gedanken stehen dahinter:

  • Den Kindern gute Sinneserfahrungen ermöglichen und damit ihre Wahrnehmung fördern.
  • Klare Strukturen und Rhythmus pflegen und damit Sicherheit und Orientierung bieten.
  • Motorische Anreize bieten und Basiserfahrungen ermöglichen, die Grundlage für alles weitere Lernen sind.
  • Den Alltag gemeinsam leben und die Entwicklung lebenspraktischer Fähigkeiten fördern.

Ausführlich steht das alles in der pädagogischen Konzeption des Kinderhauses. Wer sie lesen möchte, bekommt sie im Büro – und, sobald die Downloads stehen, auch hier auf der Seite.