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Unser Kinderhaus

Unser Kinderhaus

An jedem Ende der Gebäudeflügel steht ein Turm. Das Haus trägt sie wie eine kleine Burg, und im Vereinslogo stehen sie ebenfalls. Hinauf führen Holzleitern und Strickleitern; oben wird es eng für Erwachsene. Das ist kein Versehen im Grundriss, sondern der Gedanke dahinter: Räume, die Kindern gehören, weil sie sich diese selbst nehmen müssen.

Seit dreißig Jahren in Bielefeld-Theesen.

Im Februar 1992 gründete sich der Trägerverein KindSein e.V., im Januar 1996 öffnete das Kinderhaus – ins Leben gerufen von einer Gruppe engagierter Menschen. Heute ist es eine integrative Tagesstätte für bis zu 80 Kinder von einem Jahr bis zur Einschulung.

Lebendig gehalten wird es seither von den pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, von vielen Eltern und von den Kindern selbst. Prägend für Pädagogik, Gebäude und Garten sind bis heute die Gedanken von Hugo Kükelhaus – Pädagoge, Architekt und Tischler in einer Person. Wer die Welt mit allen Sinnen begreifen soll, braucht eine Umgebung, die sich anfassen lässt.

Wie aus einem Verein ein Haus wurde, steht auf der Seite zur Geschichte des Kinderhauses.

Die gelbe Hofseite des Kinderhauses mit einem großen gemalten Zickzack-Bogen in Regenbogenfarben
Die Hofseite mit dem gemalten Bogen

Der Raum als pädagogisches Werkzeug.

Die Böden sind mal weich, mal rau, mal kalt, mal warm. Die Wände tragen warme Naturtöne, die Fenster haben unterschiedliche Größen, und kein Türgriff gleicht dem anderen. Das Gebäude ist kein Gefäß für die Pädagogik, es ist ein Teil von ihr.

Am deutlichsten zeigen es die Türme. Eine Holzleiter, eine Strickleiter, und darüber ein runder Raum mit kleinen Fenstern. Wer erwachsen ist, passt dort kaum hinein – und das ist der Sinn der Sache.

Manche Gruppenräume haben zusätzlich eine Empore mit breiter Fensterfront zum Flur. Von dort oben lässt sich in Ruhe beobachten, was im Haus passiert, ohne selbst gesehen zu werden. Für ein Kind, das erst schauen und dann mitmachen will, ist das der beste Platz im Haus.

Blick in einen Turmraum mit runder heller Wand, kleinen bunt gerahmten Fenstern und einer Holzleiter, die zu einer Empore hinaufführt
Hinauf in den Turm

Rund 7.000 m² zum Verschwinden.

Hügel, Büsche und Bäume stehen nicht zufällig. Sie wurden gepflanzt, damit Kinder dahinter verschwinden können: in ein Labyrinth aus Trauerweiden, in eine Kuhle, hinter einen Strauch, wo gerade niemand zusieht.

Dazwischen die Matschstelle, an heißen Tagen der begehrteste Platz im Garten. Dazu Spielgruben, ein Wasserspielbereich, Rutschen und Schaukeln, ein Bauerngarten zum Pflanzen und Ernten, der Lehmbackofen – und eine Kletterkonstruktion aus Holz, die jedes Kind sofort als Schiff erkennt. In der Tierstelle wohnen Hühner und Kaninchen.

Bleiben die Kletterbalken. Aufgehängt haben sie die Kinder, die im Sommer eingeschult werden – die Sechserbande. Ihr Balken hängt weiter im Garten, wenn sie selbst längst in der Schule sitzen.

Ein Klettergerüst aus rohen Baumstämmen mit Schaukel auf der Wiese, im Vordergrund eine niedrige Kletterstange
Die Schaukel am Rand der großen Wiese

Rund 25 Menschen, damit ein Tag gelingt.

So viele Menschen braucht ein Vormittag hier: Erzieherinnen und Erzieher, ein Koch, Reinigung, Büro. Und Uwe, den Hausmeister, der repariert, instand hält und manches gleich selbst baut, drinnen wie draußen.

Wer hier arbeitet und seit wann, bekommt später eine eigene Seite. Bis dahin lernt ihr das Team am ehesten kennen, indem ihr einmal vorbeikommt.

Getragen wird das Haus vom Verein KindSein e.V. – also von den Familien selbst.

Blick von oben über eine geschwungene Holztreppe in das Foyer mit Kopfsteinpflaster und rundem rotem Teppich
Von der Treppe hinunter ins Foyer